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Outdoor-Bewirtungsgeräte für Gastronomen kaufen

in Kaufratgeber
Lesedauer: 4 min.

Ein Gasgrill, der beim ersten Starkregen den Geist aufgibt, eine Zapfanlage ohne CE-Kennzeichnung oder Heizstrahler, die nur für den Privatgebrauch zugelassen sind: In der Außengastronomie können falsch gewählte Geräte nicht nur teuer werden, sondern auch den Betrieb gefährden. Wer Außengastronomie ernsthaft betreibt, muss bei der Geräteauswahl konsequenter vorgehen als der Hobbygriller im Hintergarten.

Gewerblich ist nicht gleich robust

Der erste Irrtum beim Gerätekauf: Die Aufschrift „für Gastronomie geeignet“ auf einem Produktkarton hat keine rechtliche Bedeutung. Was zählt, ist die tatsächliche Schutzklasse, die Zulassung und die angegebene Betriebsdauer. Geräte für den gewerblichen Einsatz müssen in der Regel für den Dauerbetrieb ausgelegt sein, also mindestens acht Stunden täglich, oft mehr. Schauen Sie auf die sogenannte Einschaltdauer (ED): Ein Gerät mit 60 Prozent ED ist für Dauerbetrieb nicht geeignet. Professionelle Außengeräte beginnen sinnvollerweise bei ED 100 Prozent. Der Grill-Ratgeber bietet dazu eine kompakte Kaufberatung für Grillgeräte und Zubehör.

Für elektrische Geräte im Außenbereich gilt außerdem die Schutzart nach IP-Norm. IP44 schützt vor Spritzwasser aus allen Richtungen und ist das absolute Minimum für Geräte unter einem Sonnendach. Steht ein Gerät im Freien ohne Überdachung, sollte IP65 Standard sein. Gerade bei Outdoor-Zapfanlagen, Kühlschränken und Wärmetheken wird dieser Punkt häufig unterschätzt.

Grill und Herd: Leistung und Brennstoff richtig wählen

Gas oder Strom, das ist beim Außengrill die entscheidende Frage. Gasbetriebene Geräte sind ortsunabhängiger und liefern schnell hohe Temperaturen, erfordern aber eine sichere Gasinstallation nach DVGW-Richtlinien sowie regelmäßige Prüfungen durch einen Fachbetrieb. Ein gewerblicher Gasgrill mit vier Brennern und je 4 kW Leistung kostet im Einstiegsbereich rund 1.200 bis 2.000 Euro, Modelle von Marken wie Bartscher oder Hendi beginnen dort. Elektrogeräte sind in der Anschaffung günstiger, benötigen aber Außensteckdosen mit ausreichender Absicherung, oft 16 bis 32 Ampere.

Plancha-Grills haben sich in der gehobenen Biergarten-Gastronomie als praktische Alternative etabliert. Die glatte Stahlplatte lässt sich leichter reinigen als ein Rost, und die gleichmäßige Hitzeverteilung reduziert Ausschuss bei der Zubereitung. Für 80 bis 120 Couverts täglich empfiehlt sich eine Plancha mit mindestens 60 mal 40 Zentimetern Bratfläche.

Kühlung und Ausschank im Außenbereich

Wer Getränke draußen ausschenkt, braucht Kühltechnik, die auch bei 35 Grad Außentemperatur zuverlässig arbeitet. Standard-Gastrokühlschränke sind auf Umgebungstemperaturen bis 32 Grad ausgelegt, sogenannte Klimaklasse T reicht bis 43 Grad. Für den Süden Deutschlands oder für heiße Sommertage ist Klimaklasse T daher keine Kür, sondern Pflicht.

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Zapfanlagen für den Außenbereich stellen eigene Anforderungen. Mobile Keg-Systeme mit CO2-Kühlung sind für kleinere Standorte oder Veranstaltungen praktikabel. Feste Schankanlagen benötigen eine Abnahme nach Lebensmittelhygienerecht und müssen regelmäßig gewartet werden. Schlechte Reinigung kostet nicht nur Qualität, sondern kann bei einer Kontrolle zur Betriebsuntersagung führen. Planen Sie bei stationären Anlagen mindestens 15 Prozent des Anschaffungspreises jährlich für Wartung und Verbrauchsmaterial ein.

Heizstrahler und Beschattung: Komfort mit Tücken

Elektrische Infrarot-Heizstrahler verlängern die Außensaison spürbar. Ein Strahler mit 2.000 Watt erwärmt eine Fläche von etwa vier bis sechs Quadratmetern bei fünf Grad Außentemperatur ausreichend für sitzende Gäste. Gasbetriebene Heizpilze verbrauchen dagegen 6 bis 13 kW und erzeugen mehr Wärme auf größerer Fläche, sind aber in manchen Städten wegen CO2-Bilanz und Brandschutz zunehmend reglementiert. Prüfen Sie die kommunalen Vorschriften vor dem Kauf.

Wer sich für seinen Betrieb inspirieren lassen will oder verstehen möchte, wie etablierte Außengastronomen ihre Flächen gestalten, findet auf Plattformen wie Biergarten in der Nähe gut dokumentierte Beispiele aus der Praxis. Das ist kein Ersatz für Fachberatung, aber ein hilfreicher Blick auf das, was funktioniert.

Was beim Geräte-Vergleich wirklich entscheidet

Neben technischen Daten gibt es drei Kriterien, die Betreiber beim Vergleich von Outdoor-Geräten häufig zu spät berücksichtigen:

  • Ersatzteilversorgung: Günstige No-Name-Geräte aus dem Ausland haben oft nach zwei Jahren keine Ersatzteile mehr im Handel. Marken mit deutschem Kundendienst und Lagerhaltung sichern den Betrieb langfristig ab.
  • Reinigungsaufwand: Jede Minute, die Mitarbeiter mehr für die Gerätepflege benötigen, kostet Geld. Geräte mit abnehmbaren, spülmaschinenfesten Komponenten rechnen sich schneller als ihr höherer Anschaffungspreis vermuten lässt.
  • Transportierbarkeit: Für Betreiber, die ihre Außenfläche saisonal auf- und abbauen, ist das Gewicht ein echtes Kriterium. Ein Edelstahlgrill mit 80 Kilogramm ohne Rollen ist im Alltag eine Zumutung.

Kosten, Finanzierung und Abschreibung

Ein vollständiges Set-up für eine Außengastronomie mit 50 Plätzen, bestehend aus Grill, mobiler Kühleinheit, zwei Heizstrahlern und einer Ausschankstation, kostet realistisch zwischen 8.000 und 18.000 Euro, je nach Qualitätsniveau und Herkunft der Geräte. Das ist ein erheblicher Investitionsposten, der steuerlich über die Nutzungsdauer abgeschrieben werden kann. Gastronomiegeräte werden in der Regel über fünf bis zehn Jahre linear abgeschrieben, was die Liquiditätsbelastung im Jahresvergleich deutlich relativiert.

Leasing ist eine verbreitete Alternative, besonders für Zapf- und Kühlanlagen, die Brauereien oder Getränkehändler häufig im Rahmen von Lieferverträgen zur Verfügung stellen. Der Vorteil liegt in der Planbarkeit der monatlichen Kosten, der Nachteil in der Bindung an bestimmte Lieferanten und Produkte. Wer Unabhängigkeit bevorzugt, kauft besser selbst und verhandelt Konditionen separat.

Wer Outdoor-Bewirtungsgeräte kauft, sollte die Entscheidung nicht allein am Preis festmachen. Zuverlässigkeit, Zulassung und Servicenetz schützen den laufenden Betrieb. Ein Gerät, das in der Hochsaison ausfällt und drei Wochen Lieferzeit für Ersatzteile hat, ist teurer als jede Preisdifferenz beim Kauf.

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